Mauritius

Eine Trauminsel für alle Sinne

Mauritius wird nicht umsonst gerne die "Perle des Indischen Ozeans" genannt. Das keline Inselparadies bietet seinen Besuchern einen wahren Rausch der Farben und Geschmäcker.

Von Christian Nerat 09:09 Uhr, 15. Januar 2019

Türkisblaues Meer, sattgrüner Dschungel und spektakuläre Buchten. Mauritius ist ein Erlebnis für alle Sinne © Balate Dorin - stock.adobe.com

Willi Reinbacher hat viele Talente. Beispielsweise kocht er Currys, bei denen selbst die verwöhntesten indischen Feinspitze vor Verzückung in die Knie gehen. Nur eines fällt dem drahtigen Mittvierziger, der aus Aich im Oberen Ennstal stammt, fürchterlich schwer: still sitzen. In seiner kultigen Strandbar „Wapalapam“ mitten in der atemberaubenden Kulisse von Le Morne Brabant im Südwesten von Mauritius lebt der Ausnahmekoch sein Konzept der internationalen Inselküche und sein Motto: „Eat different“ – anders essen.

  • Mauritius

    Mauritius

    Ein besonders prachtvolles Naturphänomen offenbart sich in der Nähe der Ortschaft Chamarel im Südwesten von Mauritius. Die "Siebenfarbige Erde" zeugt vom vulkanischen Ursprung der Insel. Die Farben enstehen durch die Umwandlung von Lava in Tonminerale. 

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  • Das Baie du Cap zählt zu den spektakulärsten Aussichtspunkten an der Südküste. Die Küstenstraße schlängelt sich an der Felsenwand entlang um eine enge Kehre. Auf einer schmalen Treppe geht es auf den Aussichtsfelsen, von dem aus man zwei Buchten überblickt. Es sollen dort auch schon Haie gesichtet worden sein. 

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  • Der Botanische Garten von Pamplemousses wurde im Jahre 1756 angelegt und umfasst eine Fläche von 37 Hektar. Der größte botanische Garten der südlichen Hemisphäre beherbergt neben dem berühmten Seerosenteich (Bild) auch unzählige exotische Gewürzpflanzen. 

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  • Nicht nur an der Waterfront der Hauptstadt Port Louis finden sich Relikte der kriegerischen Vergangenheit von Mauritius. Zuerst kamen die Araber auf die Insel, später dann die Protugiesen und 1598 die Niederländer. Ihnen folgten die Franzosen, die schließlich von den Engländern besiegt wurden. Alles in allem eine wechselvolle (und ziemlich kriegerische) Geschichte. 

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  • Das geschäftige Treiben auf den zahlreichen Märkten von Port Louis ist unvergesslich. Der central market ist der bekannteste, aber auch touristische Markt der Stadt. Es lohnt aber auf jeden Fall auch ein Besuch der kleineren (und viel billigeren) Märkte. 

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  • Im äußersten Norder der Insel findet sich die Kapelle Notre Dame Auxiliatrice am Cap Malheureux. Die kleine Kirch mit ihrem markanten roten Ziegeldach bietet einen reizvollen Kontrast zum Türkis des dahinterliegenden Ozeans. Von der Kapelle aus hat man außerdem einen guten Ausblick auf die Insel Coin de Mire.

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  • Das Grand Bassin inmitten der Berge von Mauritius beherbergt die größte hinduistische Pilgestätte außerhalb von Indien. Die Hindus nennen die heilige Stätte auch Ganga Talao (übersetzt See des Ganges), weil der Kratersee, der der Region den Namen gab, der Legende nach direkt mit dem heiligen Fluss in Indien verbunden. Zum Maha-Shivaratree-Fest Ende Februar bis Anfang März kommen an die 400.000 Hindus zum heiligen See.

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  • Nur wenige Kilometer südlich von Port Louis, im kleinen Ort Moka,  befinden sich eines der prächtigsten Kolonialhäuser Mauritius. Die Kolonialhaus Eureka stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde seit 1830 architektonisch nicht mehr verändert. Auf rund 1000 Quadratmetern zeugen kostbares Mobilar mit herrlichen Schnitzereien sowie Interieur wie ein Flügel, ein Grammofon oder eine Uhr im Empirestil vom luxuriösen Leben der europäischen Zuckerrohrbarone. 

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  • Der Gorges Aussichtspunkt zwischen den Orten Charamel und Le Pétrin im Black River Nationalpark bietet einen beeindruckenden Ausblick über die grüne Insel Mauritius. Mittlerweile ebenfalls zur Attraktion geworden sind dort die Affen, die bei den  Touristen um Futter betteln. Vorischt, auch wenn sie pitzig sind, bleiben es Wildtiere, die mitunter auch aggressiv reagieren können. 

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  • Das Festival International Kreol, das eine Woche lang im November gefeiert wird, findet seit 2006 jedes Jahr statt. Neben lokalen Berühmtheiten treten Musiker von benachbarten Inselstaaten wie Réunion oder den Seychellen auf. War Sega einst Musik und Tanz der Sklaven, ist der Musikstil heute ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Identität der kreolischen Inselbevölkerung. 

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„Bei mir gibt es alles Mögliche. Nur keine mauritische Küche und kein Wiener Schnitzel“, erzählt der quirlige Steirer mit breitem Grinsen. Mauritisch könne man auf der Insel schließlich an jeder Ecke essen, und wegen eines Wiener Schnitzels fliegt man nicht um die halbe Welt. Stimmt. Dass er mittlerweile um die halbe Welt fliegt, wenn er in die alte Heimat will, ist der Liebe geschuldet. Jener zur paradiesischen Insel Mauritius, aber noch viel mehr jener zu seiner Frau Gloria.

Mauritius ist ein kleines Paradies – und das „klein“ ist durchaus wörtlich zu verstehen. 2000 Quadratkilometer misst die Insel, die östlich von Madagaskar liegt, und damit um ein gutes Drittel weniger als der größte steirische Bezirk: Liezen. Vom landschaftlich spektakulären Südwesten der Insel, der auch zum Unesco-Welterbe zählt, bis in die Hauptstadt Port Louis braucht man mit dem Auto (Linksverkehr!) dennoch mindestens eineinhalb Stunden. Nicht unbedingt, weil es weit wäre, sondern eher, weil die Straße entlang der Ostküste ohne Fotopausen einfach nicht zu bewältigen ist.

Port Louis ist mit seinen knapp 150.000 Einwohnern eine pulsierende Stadt, die ihre Reize vor allem abseits der (kommerziellen) Touristenpfade offenbart. Die perfekte Begleitung für so einen Spaziergang ist Yianna Andoine, eine junge Mauritierin mit bezauberndem Lächeln und einem ebensolchen Talent zum Geschichtenerzählen. Für das Start-up „My Moris“ führt sie Touristen unter anderem auf kulinarischen Pfaden durch die Inselhauptstadt. Ebenso köstlich wie spannend, vor allem weil man auf ihren Touren alles Mögliche trifft, nur keine anderen Touristen. Gustiert wird dort, wo auch die Einheimischen essen. Meist in kleinen Garküchen am Straßenrand oder an Marktständen.

Ein Höhepunkt ist der Besuch eines chinesischen Restaurants, das für seine Dumplings (chinesische Teigtaschen) bekannt ist. Die Dinger sind gut, aber keineswegs die Hauptattraktion – die ist das Lokal selbst. Es liegt eingeklemmt in einem schmalen Schlurf zwischen zwei Häusern und ist gerade einmal 1,2 Meter breit. Wenn die Chefin mit einer neuen Ladung Dumplings aus der Küche im Hinterhof kommt, heißt’s Füße einziehen.

Reisetipps

Anreise: Austrian Airlines (nonstop, aber
nur im Winterflugplan) und Emirates
(Zwischenstopp in Dubai) fliegen Mauritius von Wien aus an. Die reine Flugzeit
beträgt um die zwölf Stunden.

Hoteltipps: Das Fünf-Sterne-Hotel
Maritim Resort & Spa bietet gediegenen Kolonialstil und jeden Komfort. Es liegt an der Küste in einem Park (samt Reitstall, Golfplatz etc.). www.maritim.mu

Das Resort Lux in Grand Gaube
besticht mit modernem Flair.
Fitness-, Wellness- und Sportangebot erfüllen höchste
Ansprüche. www.luxresorts.com

Diese Reise wurde unterstützt von Mauritius-Tourismus.


Mauritius hat eine ausgesprochen bewegte (und umkämpfte) Vergangenheit. Die Portugiesen waren da, dann die Niederländer und schließlich die Franzosen, die der Insel ihren Stempel (und das Zuckerrohr) aufdrückten. Die Franzosen zogen gegen die Briten den Kürzeren und mussten das Feld räumen. Zuckerrohr, Sprache und viele Erinnerungen blieben.

Heute lebt ein kunterbuntes Völkergemisch auf Mauritius. Die größte Bevölkerungsgruppe stellen Inder (rund 70 Prozent), dann kommen Kreolen, die Nachfahren afrikanischer Sklaven sind. Gemeinsamer Nenner quer durch alle Volksgruppen ist die herzliche Freundlichkeit der Menschen. Die Fremdenführer im botanischen Garten von Pamplemousses geben da ein perfektes Beispiel ab. Wo wir denn herkämen, will der eine (auf Englisch) wissen. „Autriche“, antworten wir, weil man sich auf Französisch die lästige Verwechslerei mit Australien spart. Da kommt’s wie aus der Pistole geschossen vom mauritischen Kollegen: „Aaaah! Apfelstrudel, Niki Lauda, Bruno Kreisky!“

Der Tourismus ist längst zum wichtigen Standbein geworden, das ist nicht zu übersehen. Viel Platz für Individualisten bleibt auf der Insel aber trotzdem. Zucker und Textilien tragen ebenso zum Wohlstand bei (und angeblich auch der eine oder andere Steuerflüchtling).

Berühmtheit hat die Insel nicht zuletzt als Traumziel für Hochzeitsreisende erlangt. Vor allem die modernen, luxuriösen Hotelanlagen im Norden der Insel bieten „Honeymoonern“, was das Herz begehrt.

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Christian Nerat

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