Grüne Exoten

Die weite Welt in meinem Garten

Gärtnern gegens Fernweh? Wir stellen dir fünf exotische Pflanzen vor, die du in deinem Garten anpflanzen kannst.

08:55 Uhr, 19. Juni 2020


Gärtnern macht glücklich. Und mit den richtigen Pflanzen hilft es auch bei Fernweh ©olezzo


Apfelbaum, Ribisel und Hortensie sind ja schön und gut, aber ab und zu muss auch im Garten etwas Neues her. Die Möglichkeiten, exotische Pflanzen bei uns gedeihen zu lassen sind klimabedingt ja recht begrenzt, von Mangobaum, Kokospalme und Frangipani im Freiland kann man leider nur träumen. Aber es gibt einige tolle Arten, die man auch in unseren Breiten getrost pflanzen kann. Hier unsere Bestenliste:


Bambus bringt Asien in den Garten. Aber: mit Bedacht und Wurzelsperre anpflanzen! ©PhotoSpirit


Auf Platz fünf findet sich der Bambus. Das Schlusslicht bildet er sicher nicht wegen seiner Optik und Wuchsfreude. Bambusarten bringen sofort asiatisches Flair in den Garten, sind ein wunderbarer Sichtschutz und wachsen rasant. Letzteres ist allerdings auch das Problem mit den Süßgräsern, die mehrere Meter hoch werden können: viele Bambusarten breiten sich über Wurzelausläufer (Rhizome) im gesamten Garten aus und nehmen schnell Überhand. Darum sollte die schlanke Schönheit schon beim Pflanzen mit einer Rhizomsperre versehen werden. Es gibt allerdings auch Bambusarten, die keine Rhizome bilden, dazu gehören alle Fargesia-Arten.


Irgendwann bleib I dann durt! Feigenbäume erinnern an Kroatien, Italien, Griechenland... ©Steppeland


Den vierten Platz nimmt die Feige ein. Der Anblick eines Feigenbaums mit saftigen Früchten und sattgrünen Blättern entführt uns sofort in den Urlaub. Erinnerungen an Griechenland, Kroatien und Italien werden wach. Um bei uns gut zu wachsen, benötigt die Feige allerdings einiges an Voraussetzungen. Wichtig ist zunächst die Wahl der Sorte, als besonders robust gilt die so genannte „Bayernfeige“, die Sorte Violetta. Diese ist bedingt winterhart, das heißt, sie sollte besonders als Jungpflanze im Winter mit Vlies und Mulch vor der Kälte abgeschirmt werden. Ein geschützter, vollsonniger und warmer Standort ist ideal. Sinkt die Temperatur allerdings für längere Zeit unter -15 Grad, wird es kritisch und auch „erwachsene“ Pflanzen sollten gut eingepackt werden.


Für pflückfrische Kiwis muss man nicht um die halbe Welt fliegen, besonders Mini-Kiwis gedeihen bei uns prächtig. ©Sergiyvolodymyrovich


Der dritte Platz geht an Neuseeland. Die Kiwi hat sich in unseren Breiten mittlerweile schon etabliert und das Herz vieler Gärtner erobert. Sie strebt in die Höhe und gibt beispielsweise eine herrliche Begrünung für eine Pergola ab. Wichtig ist, sich männliche und weibliche Pflanzen zuzulegen, da nur so die feinen Früchte geerntet werden können. Man sollte sich allerdings nicht allzu früh auf erfrischende Kiwis freuen, denn es dauert recht lange, bis die sommergrünen Schlingpflanzen zum ersten Mal blühen. Wer Kiwis aus Samen zieht, muss bis zu 10 Jahre auf die ersten Früchte warten. Kauft man die Pflanzen im Fachhandel, kann es immer noch in etwa 4 Jahre dauern, aber es lohnt sich! Übrigens: wer auf Nummer sicher gehen will, pflanzt Mini-Kiwis, diese Sorten haben zwar kleinere Früchte, halten aber bis zu -35 Grad aus.


Die orangen Kakifrüchte erntet man erst, wenn der Baum im Spätherbst sein Laub verliert. ©FernandoRM


Auf Platz zwei findet sich eine Pflanze, die viele nur aus der Obstabteilung des Supermarktes kennen: die Kaki, auch Sharonfrucht genannt. Der Kakibaum ähnelt im Wuchs einem Apfelbaum und eignet sich so etwa wunderbar als exotischer Hausbaum. Bei idealen Bedingungen kann er eine Wuchshöhe von 10 Metern erreichen. Kakis lieben es warm, halten aber Frost bis -15 Grad gut aus, einige Sorten sogar bis -20 Grad. Die Kaki zählt zu den ältesten Kulturpflanzen: In China wird sie seit 2.000 Jahren angebaut. Mittlerweile hat sie auch einen Platz unter den europäischen Obstbauern, beispielsweise in Istrien. Die glattschaligen, orangen Früchte sind erst im Spätherbst bereit zur Ernte, oft hat der Baum dann sein Laub bereits abgeworfen. Es zahlt sich aus, die Kaki in Ruhe reifen zu lassen, denn erst dann kommt das an Birne und Marille erinnernde Aroma der süßen Frucht voll zur Geltung.


Ein echter Exot, der erstaunlich frosthart ist und jeden Garten bereichert: die dreilappige Papau. ©Eqroy


Platz eins geht an eine bei uns noch eher unbekannte Art: die dreilappige Papau, auch Indianerbanane genannt. Der Name verweist auf den Herkunftsort: Die Papau ist in Nordamerika heimisch und wurde bereits von den Ureinwohnern kultiviert. Die Pflanze gehört zur Ordnung der Magnolienartigen und ähnlich wie bei einer Magnolie erinnert der Wuchs mit der breitovalen Krone eher an einen großen Strauch. Das Besondere an der bis zu -25 Grad frostharten Pflanze sind eindeutig die Früchte. Optisch ähneln sie äußerlich einer Mango und geschmacklich darf man sich auf einen exotischen Obstsalat freuen: die Papau schmeckt wie eine Mischung aus Banane, Mango, Ananas und Vanille. Von den dunkelroten, glockenförmigen Blüten über die fantastischen Früchte bis hin zum sonnengelben Herbstlaub ist die dreilappige Papau ein echtes Highlight im Garten.

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