Rad Rogg 'n' Roll

Wie man Kopenhagen am besten erobert? Hoch auf dem Radsattel thronend. Eine Erkundungstour auf rasanten Highways mit Stopps in urbanen Grätzeln und dem Meatpacking District Dänemarks.

Von Julia Schafferhofer 11:33 Uhr, 04. April 2018

Kopenhagen erfordert keine PS, sondern BS - Beinstärke nämlich. Denn es existiert nur ein Weg, die Stadt stilecht zu erobern: strampelnd. Auf fast 300 Meilen Highways, teils über hinreißende Brücken, auf sexy Abenteuerwegen wie dem Superkilen oder immer am Wasser entlang. Dafür gibt es dank Kanälen und Kanälchen unbegrenzten Speichenspielraum. Und Räder, schicke oder sportliche, kann man sich an jeder Ecke ausleihen.

Ein guter Startpunkt für die Erkundungstour, hoch auf dem dänischen Radsattel thronend, ist das bunte, hippe Grätzel Nørrebro. Gleich hinter dem Bahnhof Nørreport bietet sich bei der Markthalle Torvehallerne vormittags ein erster Nasch-Stopp an: Die Auswahl an klassischem Smørrebrød (sagen Sie niemals Roggenbrot mit Belag zu ihm) mit Shrimps oder Beef Tatar ist atemberaubend, offeriert werden auch dänischer Porridge namens Grød sowie Käse oder Schokolade von der Insel Bornholm.

Ein Marktbesuch ist eine häppchenweise Einführung in die neue nordische, sternengekrönte Küche. Satt genascht führt einen der Rad-Roadtrip in die vielen bekannten und unbekannten skandinavischen Designläden, Vintageboutiquen und Cafés rund um die Straßen Nørrebrogade, Elmegade und Jægersborggade.

Dann wird es Zeit, Kilometer zu machen. Radeln sollte man über die coolste Brücke der Stadt, die Bryggebroen im Hafenviertel mit Ausblick auf den beheizten Hafenpool und weiter über die 2016 fertiggestellte Inderhavn-Brücke, die den Touristenhotspot Nyhavn (Foto! - aber dann den Massen schnell davonradeln) und das unkomplizierte Viertel Christianshavn verbindet. Wem schon wieder der Magen knurrt, der pausiere beim dauerhaften Streetfoodmarket Papirøen, suche sich einen Platz draußen und schaue auf die fantastische Königliche Oper gegenüber.

Die dänische Hauptstadt hat sich in den letzten Jahren gemausert, neue Stadtviertel sind gewachsen und seit einiger Zeit ist der Vergleich zu New York auch namentlich amtlich: Wer die Größe der Stadt auf einem Flecken versammelt haben will, lässt sich abends im Meatpacking District in Vesterbro nieder. In den Hallen der ehemaligen Fleischindustrie ist die Kreativszene eingezogen. Und jede Menge Szenebars und Restaurants. Empfehlung: Für abends einen Tisch in Kødbyens Fiskebar oder einen im dazugehörigen Musling in Nørrebro reservieren. Und dann, vor der Heimfahrt oder dem Klubbesuch, ist die beste Zeit, in größtmöglicher Ruhe auf die Kleine Meerjungfrau zu spechteln; idealerweise im Mittsommer-Endloslicht.

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