Königin der Meere sticht in See

Die italienische Werft Fincantieri in Monfalcone produziert Kreuzfahrtschiffe vom Fließband. Jüngstes und luxuriösestes Schiff ist die Seabourn Encore, die in Singapur getauft worden ist.

Von Elisabeth Tschernitz-Berger 12:12 Uhr, 08. January 2017

Der Markt für Kreuzfahrten scheint krisenresistent. Ungeachtet von Wirtschaftsflauten und weltweiten Krisen, begaben sich im vergangenen Jahr 24 Millionen Menschen auf eine Kreuzfahrt, 2009 waren es noch 17 Millionen. Nutznießer dieses Booms ist die staatliche italienische Werft Fincantieri mit Sitz in Monfalcone bei Triest. Dazu gehören Werften in Marghera bei Venedig und Sestri Ponente bei Genua, 7800 Mitarbeiter in Italien und rund 8000 gebaute Kreuzfahrtschiffen seit dem Gründungsjahr 1959. 

Ein Wellental ist nicht in Sicht. Der Weltmarktführer für den Schiffsbau hat bis zum Jahr 2022 volle Auftragsbücher. Erst im Dezember hat Fincantieri einen Vertrag mit Virgin Voyages für drei Kreuzfahrtschiffe über zwei Milliarden Euro abgeschlossen. Das jüngste Kind ist besonders gut gelungen: Anfang Dezember verließ das ultimative Luxusschiff, Seabourn Encore, nach einer imposanten Handover- Feier die Werft von Marghera. Das 210 Meter lange und 28 Meter breite Schiff wurde von der Seabourn Cruiseline, einer Marke der Carnival Corporation – der weltgrößten Kreuzfahrtgesellschaft –, vor zwei Jahren in Auftrag gegeben. Der langjährige Stammkunde von Fincantieri schätzt italienisches Design und die Handwerkskunst und lässt dort nahezu jedes Jahr ein Schiff vomStapel laufen. 2019 wird es beispielsweise die Costa Crociere mit 135.000 Bruttoregistertonnen sein.

Seit Anfang Dezember kreuzt die „Königin der Meere“ in der Java-See, gestern wurde sie in einer beeindruckenden Zeremonie in Singapur getauft. Patin war keine Geringere als die Sopranistin Sarah Brightman. „Luxus in Vollendung“ auf 40.350 Bruttoregistertonnen ist das Motto der Seabourn Encore. 604 Passagiere finden in 300 großzügigen Suiten Platz – jede mit eigenem Balkon. Ebenso viel Personal sorgt sich um das Wohl der Gäste, die in sechs verschiedenen Restaurants speisen, ohne sich an Buffets anstellen zumüssen wie auf den Mega-Kreuzfahrtschiffen. Weil die Seabourn eine überschaubare Größe hat, kann sie auch in kleineren Häfen vor Anker gehen. An Bord gibt es so ziemlich alles, was des Kreuzfahrers Herz begehrt: geräumige Bäder aus Marmor, Fitnessräume, ein großzügiges Spa, Theater, Bars und vieles mehr. In den All-inclusive-Preisen sind 20-Stunden-Kabinenservice, Weine und Champagner in der Minibar, Strandfeste mit gegrilltem Hummer und viel Luxus mehr im Preis inbegriffen.

Die Reisen im Jänner sind trotz Luxuspreisen bereits ausgebucht, wie zum Beispiel vonBali nach Auckland. 16 Tage vonSydney bis Auckland um 9499Euro oder 42 Tage von Sydney bis Dubai um 13.499 Euro sind im Februar noch zu haben. Im Sommer kreuzt das Schiff im Mittelmeer, da ist man ab 3000 Euro für sieben Tage dabei. Der Generaldirektor von Fincantieri, Giuseppe Bono, sprach bei der Handover-Feier von einem für den Kunden „handgeschneiderten Schiff“, das dem höchsten technischen Standard gerecht wird.

Die Seabourn Encore ist das erste Schiff, das Fincantieri für Seabourn Cruiseline gebaut hat. Das Schiff ist 210 Meter lang und 28 Meter breit und beherbergt 300 Luxussuiten, jede mit Balkon. Kreuzfahrten sind bereits buchbar. encore.seabourn.com

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