Wie Winnetou



Papablog-Autor Georg Lux auf Urlaub mit Familie und Filmteam, Teil 4: mit dem Jeep durch den wilden Westen von Kroatien.

Ich habe es hier schon gestanden: Geografie zählt nicht zu meinen Stärken. Umso mehr freut es mich, Ihnen mitteilen zu können, dass man von Österreich aus in den Süden fahren, aber trotzdem im Westen landen kann. Kein Schmäh. Der Süden ist die Umgebung von Zadar an der kroatischen Adriaküste. Und genau dort liegt der wilde Westen, wie wir ihn aus dem Kino und dem Fernsehen kennen: Im nahen Nationalpark Paklenica wurden zwischen 1962 und 1965 die legendären Verfilmungen der Romane von Karl May gedreht, darunter „Winnetou“ und „Der Schatz im Silbersee“.

Wild ist es hier wirklich, deshalb sind wir mit dem Jeep unterwegs. Marin, unser Guide und Chauffeur, hat die Dreharbeiten als Kind miterlebt. Heute ist er Winnetou-Experte und zeigt uns zuerst den Zrmanja-Canyon. Im Film heißt der Fluss „Rio Pecos“. Hier hat vor der Kamera einst Pierre Brice als Winnetou den Blick vielsagend in die Ferne schweifen lassen. Böse Zungen behaupten, das er Ausschau nach ernsthafteren Rollen hielt. Sie sind jedoch bis heute ausgeblieben . . .

Vom „Rio Pecos“ geht es über eine abenteuerliche Schotterpiste hinauf ins Velebit-GebirgeWir sind, um einen weiteren Filmvergleich zu bedienen, geschüttelt, nicht gerührt (nur ein bisschen vielleicht, schließlich habe auch ich Karl May gelesen). Kaiser Franz Josef hat den „Highway“ bauen lassen. Bis vor 70 Jahren war die sogenannte Straße die einzige Verbindung zwischen Zadar und dem Hinterland.

In rund 1000 Meter Seehöhe zeigt uns Marin dann einen echten Film-Friedhof. Vor einem beeindruckenden Berg-Panorama befinden sich hier die Gräber von Intschu tschuna (Winnetous Vater) und Nscho-tschi (Winnetous Schwester). "Natürlich ist hier niemand wirklich gestorben", beruhigen wir unsere sechsjährige Tochter Lucia. Allerdings liegen die Film-Gräber selbst im Sterben. Sie bestehen aus zwei Steinhaufen, die bei den Dreharbeiten vor 50 Jahren noch mannshoch waren. Mittlerweile sind die Grabstätten auf weniger als die Hälfte ihren ursprünglichen Größe zusammengeschrumpft. "Jeder will einen Stein mit nach Hause nehmen", erklärt unser Reiseführer Marin den raschen Schwund

Wir haben KEINEN "Grabsteinmitgenommen, aber - wie man auf gut Österreichisch sagt - einen Haufen Eindrücke. Und wir freuen uns auf die x-te Winnetou-Wiederholung auf Kabel 1, bei der wir uns vor dem Fernseher gegenseitig auf die Nerven gehen können: "Schau! Schau! Da waren wir!"

 

Infos:

  • Ausflüge in Kroatien: BORA TOURS, Falkensteiner Hotel Funimation, M. Radovana 7, Zadar, www.boratours.hr
     

Nachlese:

 

Videos: