Abstrampeln von den Alpen bis zum Meer

Mit dem Rad von Salzburg nach Grado. Der neue Alpe-Adria-Radweg „Ciclovia“ macht es möglich und führt durch atemberaubende Naturkulissen.

Von Harald Schwinger 09:49 Uhr, 07. August 2017

Normalerweise ist der Markartsteg in Salzburg ein Ort für Verliebte, die mit dem Anbringen von Vorhängeschlössern am Geländegitter ihre Liebe dokumentieren. Für den Kärntner Ex-Radrennfahrer Peter "Paco" Wrolich war er der Ausgangspunkt einer ganz besonderen Reise, die er mit einem ORF-Kärnten Filmteam angetreten hat. Nicht ohne vorher auch ein Schloss mti der Aufschrift "Ciclovia" anzubringen. So nennt sich der neue Alpe-Adria-Radweg, der über 416 Kilometer von Salzburg bis nach Grado ans Meer führt. 

Die grenzüberschreitende Radtour fasziniert nicht nur durch spektakuläre Naturlandschaften, sondern auch durch zahlreiche historische und kulinarische Highlights, die sich entlang der Route auftun. Sich Zeit zu nehmen für CAAR, wie der Radwerg in Kurzform genannt wird, zahlt sich also aus. Ein erster Einkehrschwung lohnt sicht etwa schon nach weinigen Kilometern in Hallein, um Salzburgs älteste Brauerei in Kaltenhausen zu besuchen oder das STille Nacht Museum, das dem Komponisten des wohl bekanntesten Weihnachtsliedes der Welt, Franz Xaver Gruber, gewidmet ist. Bevor man in Böckstein in den Zug einsteigt (elf Minuten bis Mallnitz; stündlich Züge durch die Tauernschleuse), könnte sich auch deine Stärkung bei der Salzbuger Nockerl-Weltmeisterin Elfi Berti in Dorfgastein lohnen. Oder man lässt die erste Etappe hier mit einer Übernachtung im Heustadl ausklingen. 

Die folgenden 116 "Kärntner" Kilometer werden fast zur Gänze von Flüssen begleitet. "Das ist für einen Radfahrer ein Traum", sagt Wrolich.  Auch hier lohnt sich der eine oder andere Abstecher, etwa an den Faaker See, um mit einem Kanu den Schilfürtel des Sees zu erkunden, "für mich die Everglades von Kärnten", so Wrolich. Am Gailfluss entlang geht es in den Grenzort Thörl-Magler. 176 Kilometer sind es von hier - über Tarvis, Udine udn Aquileia - bis zum Endpunkt der Tour. Durch das Kanaltal geht es teils auf aufgelassenen Strecken der ehemaligen Pontebbana-Bahn. Besonders der Abschnitt zwischen Resiutta und Pietratagliata ist gespickt mit Tunneln und Brücken, der Ausblick ins Flusstal oder auf die umgebenden Berge ist atemberaubend. Auch hier sollte man neben der Aussicht auch die Kulinarik genießen. In Palmanova werden etwa Führungen mit dem RAd durch die Weingärten angeboten. Zuletzt quert man auf rund fünf Kilometern die Lagune nach Grado. "Ein wirklicher Höhepunkt der Radreise", sagt Wrolich. Seine Liebeserklärung an den Ciclovia zu Beginn war also gerechtfertig? "Absolut. Das Vorhängeschloss bleibt auf alle Fälle hängen".


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